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Wohnüberbauung Chriesimatt

Bebauungsplan

Im städtebaulich und architektonisch heterogenen Kontext von Baar wird eine Wohnsiedlung mit starker Identität geschaffen. Morphologisch entwickelt sich die neue Wohnüberbauung aus der Geometrie der mehrere hundert Meter langen Parzelle, welche sich von der Leihgasse im Norden bis zum angrenzenden Landschaftsraum im Süden erstreckt.

Zwei langgestreckte, segmentierte und mehrfach abgewinkelte Gebäudezeilen schaffen einen fjordähnlichen Binnenraum, der sich nach Süden zur Landschaft hin ausweitet. Aus der Tiefe des Areals wird somit ein räumlicher Bezug zur Inwiler Ebene und zur Kette des Zugerberges geschaffen. Ein lichter Hain von Bäumen und Sträuchern wird zwischen den Zeilen gepflanzt und umsäumt diese. Farbige Blüten und bunte Herbstverfärbungen machen den grossen Siedlungsgarten zu einem attraktiven Aussenraum.

Die Dichte der Überbauung nimmt von dem zentrumsnäheren – urbaneren – Bereich im Norden zum angrenzenden Landwirtschaftsgebiet im Süden ab. Weisen die nördlicheren Bauten noch vier und fünf Geschosse mit Hochparterrewohnungen auf, so zeichnen sich die südlicheren, dreigeschossigen Gebäude durch private Gärten der Erdgeschosswohnungen aus. Hierdurch und abgeleitet aus der reichen Geometrie der Häuser bietet die Wohnüberbauung eine Vielzahl von verschiedensten Wohnungstypen. Allen gemeinsam sind über eine Gebäudetiefe von rund 16.5 Metern durchreichende Wohn-, Ess- und Kochbereiche sowie lichte Raumhöhen von 2,6 Metern. Sämtliche Wohnungen verfügen über grosszügige Loggien, die gleichzeitig auch die Wohnbereiche räumlich erweitern. Die luxuriös dimensionierten privaten Aussenräume im Attika-Geschoss erinnern an Patios südlicher Länder und versorgen die Wohnungen mit viel Licht.

Das komplexe Öffnungsverhalten der Wohnbauten leitet sich von den von Geschoss zu Geschoss räumlich differenzierten Wohnungen ab und gibt dadurch die Vielfalt nach aussen zum Ausdruck. Die plastische Ausformulierung der Fenster- und Loggienöffnungen verleiht den Gebäudevolumen einen porösen Charakter. Sie sind mit einem sepiafarbenen Verputz versehen. Im Kontrast dazu sind die Loggien in warmen rosa, orange und himbeerfarbenen Tönen gehalten.

NUTZUNG: 160 Wohnungen, Parkierungsanlage, Park
BAUHERRSCHAFT: Familie Schmid, Baar
PLANUNGSINSTRUMENT: Bebauungsplan

WETTBEWERB: 2003, 1. Preis
PLANUNG: 1. Etappe 2004 - 2006, 2. Etappe 2010 - 2013
REALISIERUNG: 1. Etappe 2007 – 2009, 2. Etappe 2012 - 2014
KOSTEN (BKP 1-9): 72 Mio. CHF
AUSZEICHNUNGEN: Roter Nagel Zug, 2011

TRAGWERKSPLANUNG: Berchtold + Eicher Bauingenieure AG, Zug
LANDSCHAFTSARCHITEKTUR: Hager Partner AG, Zürich
HEIZUNG / LÜFTUNG: Hans Abicht AG, Zug
SANITÄRPLANUNG: Hans Abicht AG, Zug
ELEKTROPLANUNG: Moor Elektroplan AG
BAUPHYSIK: Martinelli + Menti AG, Luzern
AKUSTIK: Martinelli + Menti AG, Luzern
KOSTENPLANUNG: Ghisleni | Planen | Bauen GmbH, Rapperswil / St. Gallen / Zug
BAULEITUNG: Ghisleni | Planen | Bauen GmbH, Rapperswil / St. Gallen / Zug
BERATUNG: Wüest & Partner, Zürich / Bettina Müller, Zürich

FOTOGRAFIE: Walter Mair, Zürich

TEAM:
Marco Graber, Thomas Pulver, Alexander Huhle, Thomas Winz
Wettbewerb: Manuel Gysel
Projekt: 1.Etappe: Simon Thurnherr (PL), Dominik Gross, Miyuki Inoue, Beat Kübler, Michael Metzger, Silvia Radlinsky, Basil Spiess, Marcel Weiler
2. Etappe: Hans-Peter Baumli (PL bis 2012), Sven Schmid Herrlich (PL ab 2013), Andrea Bieri, Vanessa Raho, Katrin Urwyler, Michael Waeber, Nicolas Yerly
Praktikanten: Armon Semadeni, Rahel Bertschinger, Manuel Frey, Stefanie Hoffmann, Michael Müllener, Heinrich Töws , Marc Walser



Bilder

Pläne