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Alterszentrum Neuer Gehren

Ein Weiler am Rebberg? – Ein grosses Haus!
Die Qualitäten des Areals liegen u.a. in der guten Fussgängeranbindung an den historischen Dorfkern Erlenbachs, ihre Herausforderungen dagegen in der spezifischen Geometrie der Parzelle und der Lärmproblematik. Bemerkenswert ist die Sicht auf den See und die Alpenkette aus den oberen Geschossen und – unerwartet malerisch – der Blick zum Turmgut Erlen mit dem immer noch intakten Rebhang nordöstlich des Areals. Unser entwerferischer Ansatz fasst die Zimmer bzw. Wohnungen zu ‚Häusern’ zusammen und gruppiert diese zu einem dorfartigen Konglomerat. Man könnte von einem Weiler sprechen, der am Hangfuss des Rebbergs steht – bewohnt von älteren und betagten Menschen. Das Bild des Weilers interessiert uns im mehrfachem Sinn: als Hort einer sozialen Gemeinschaft, als Raumkonzept, welches im Innern Identität und hohe Aufenthaltsqualität verspricht sowie als ungerichtete Anordnung von Häusern, allseitig orientiert. Ähnlich Wegen und Plätzen bindet ein Binnenraum von wechselnder Breite die ‚Häuser’ auf einer Wohnebene zusammen. Vereinzelte ‚Lücken’ – da liegen die Gemeinschaftsräume – gewähren Ausblicke in die Umgebung. Natürliches Licht dringt über diese Stellen in die Tiefe des Grundrisses. Kerne mit Treppen und Liften erschliessen das Geschoss und gliedern dieses in drei Nutzergruppen. Brandfallgesteuerte Türen schliessen Zonen ab, wo brennbares Mobiliar steht. Schliesslich bindet eine lichte Hülle aus Holz – mal enger und mal weiter gestrickt – die Teile des Programms zu einem dreiflügelig auffächernden Gebäudekörper zusammen. Vorgeschlagen wird ein allseitig orientiertes Haus, gefasst von einer mehrfach geknickten Aussenwand, das den anspruchsvollen Perimeter komplett neu interpretiert und ordnet. Dabei werden gut nutzbare Aussenräume definiert, die in einem direkten und engen Bezug zum Haus stehen, und es entstehen aus den Innenräumen interessante Blickbezüge in sorgfältig komponierte Staffagen aus den vorgelagerten Gärten sowie den ‚Bildern’ der weiteren Umgebung.

BAUHERRSCHAFT: Gemeinde Erlenbach
BETREIBER: Senevita AG, Muri b. Bern
PLANUNGSINSTRUMENT: Gestaltungsplan, Suter, von Känel,Wild AG, Zürich
WETTBEWERB: 2011, 1. Preis
TRAGWERKSPLANUNG: Weber & Brönnimann AG, Bern
LANDSCHAFTSARCHITEKTUR: Rotzler Krebs Partner GmbH, Winterthur
HEIZUNG / LÜFTUNG: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur
SANITÄRPLANUNG: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur
ELEKTROPLANUNG: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur
BAUPHYSIK: EK Energiekonzepte AG, Zürich
AKUSTIK: EK Energiekonzepte AG, Zürich
BAUMANAGEMENT: Perolini Baumanagement AG, Zürich
KOSTENPLANUNG: Perolini Baumanagement AG, Zürich
BERATUNG ALTERSWOHNEN: Senevita AG, Muri b. Bern
VISUALISIERUNG: Raumgleiter.GmbH, Zürich

TEAM:
Geschäftsleitung: Marco Graber, Thomas Pulver, Alexander Huhle
Wettbewerb: Juan Membrive, Alexander Raab, Lukas Schaffhuser
Ausführung: Hans-Peter Baumli (PL), Simon Bolt, Juan Membrive, Michael Waeber, Reto Züger, Adrian Pöllinger,
Praktikanten: Isabelle Fischer, Damien Romanens, Carla Ungerer, Silas Bücherer

Bilder

Pläne